100 Ausgaben „Heilix Blättle“

 |  Martin Eisele-Remppis  |  Gesamtkirchengemeinde

Unterwegs für Gottes Wort: 100 Ausgaben „Heilix Blättle“

Liebe Leserinnen und Leser, die einhundertste Ausgabe des Heilix Blättles, die Sie heute in Händen halten, ist für die Redaktion ein Anlass, einen kleinen Rückblick zu halten. Anhand von zwölf Titelbildern möchten wir aus der Geschichte unseres Gemeindebriefes erzählen – und damit auch aus der Geschichte unserer Kirchengemeinden.

HB01HB01Vor genau 17 Jahren, im Januar 2006, wurde die erste Ausgabe eines völlig neu gestalteten Gemeindebriefes für die evangelischen Gemeinden in Obertürkheim und Uhlbach verteilt – und das hatte heftige Reaktionen zur Folge. Vom Titelbild grüßte der kurz zuvor verstorbene Poet und Kabarettist Hanns Dieter Hüsch. Eine Werbeagentur der Nachtschicht hatte sich Titel und Layout ausgedacht und uns geschenkt, und im ersten Leitartikel stellte Pfarrer Ralf Vogel dar, dass die Aufgabe, Menschen für Gottes Wort und das Evangelium gewinnen zu wollen, durchaus mit heiterer Leichtigkeit und manchmal auch mit einem Schuss Selbstironie verbunden werden kann.
Allerdings stieß das nicht auf die Zustimmung aller Gemeindeglieder. In langen Leserbriefen an die Pfarrerinnen Krause und Goth sowie an Pfarrer Vogel wurden die Einwände und Bedenken deutlich ausgesprochen: der Titel ließe sich nicht mit dem Ernst von Gottes Wort vereinbaren, das Blatt ließe sich nicht als Gemeindebrief der Kirchengemeinden erkennen, weil die bisherigen Kirchtürme der Gemeinden auf dem Titelblatt verschwunden waren und das Wort „Heilig“ würde verhohnepipelt. Als besonders anstößig wurde das schräggestellte Kreuz empfunden, das die Grafiker im Titel dem Buchstaben X verpasst hatten.
Die Redaktion, der neben den drei damaligen Pfarrersleuten auch Rosemarie Hesselbacher und (wie noch heute) Martin Eisele-Remppis angehörten, nahm diese Einwände und Bedenken sehr ernst, und so wurde bereits ein Jahr später in der 11. Ausgabe das Layout des Titelbildes geändert. Festgehalten wurde jedoch am Titel und am grundlegenden Verständnis des Blattes: es sollte auf ansprechende Weise das Gemeindeleben der beiden Kirchengemeinden widerspiegeln und die Menschen einladen, die vielfältigen Angebote unserer Gemeinden und ihrer Gruppen und Kreise wahrzunehmen.
Dazu gehörten natürlich die zahlreichen kirchlichen Feste im Laufe des Kirchenjahres, wie die Adventszeit (Ausgabe 28, Dezember 2009) oder Weihnachten (Ausgabe 22, Dezember 2008). Und von Anfang an spielten die Ankündigungen der Nachtschicht-Gottesdienste eine wichtige Rolle im Inhalt des Heilix Blättles (Ausgabe 29, Februar 2010).
Das Layout der damaligen Hefte wurde in Heimarbeit von der ehrenamtlichen Redaktion zusammengebastelt. Die Arbeiten für die HeftmacherInnen, haupt- wie ehrenamtliche, war und ist immer spannend und herausfordernd. Immer mussten und müssen Termine für Gottesdienste und Konzerte ausgemacht und abgeglichen werden, Texte eingeholt, redigiert, häufig gekürzt und in ansprechende Form gebracht werden – oft eine Mammutaufgabe! Die zunehmend leichtere Kommunikation per Mail übers weltweite Netz verbesserte da zwar im Laufe der Zeit manches – doch viel Aufwand und Mühe blieben.
Im Jahr 2012 hatte dann der damalige Obertürkheimer Pfarrer Christian Kögler eine bahnbrechende Idee: wie wäre es, wenn sich das Management der Termine, Texte, Bilder und Beiträge in elektronischer Form mit einem – neu zu schaffenden – Internetauftritt der Gemeinden verknüpfen ließe? Die Wirkung nach außen würde vervielfacht, und im besten Fall ließen sich damit sogar die MacherInnen in den Pfarrämtern und bei den Ehrenamtlichen entlasten.
Diese Idee wurde in die Tat umgesetzt, die technische Umsetzung gelang freilich nur mit Hilfe von Profis. Thomas Reinmüller, der sich in dieser Zeit mit seiner Firma für Webdesign in Uhlbach niedergelassen hatte, errichtete für unsere Gemeinden ein sogenanntes Content Management System. Darin werden alle Artikel, Bilder und Termine gesammelt und verwaltet, so dass sie für die Druckausgabe des Heilix Blättles und gleichzeitig für den Internet-Auftritt der Gemeinden zur Verfügung stehen. Außerdem übernahm er ab diesem Zeitpunkt auch die Layout-Aufgaben an der Druckausgabe – das entlastete uns enorm. Ein positiver Nebeneffekt war, dass wir ab diesem Zeitpunkt unser Heft in Farbe gestalten und drucken konnten.
Die denkwürdige erste Farbnummer (Ausgabe 42, April 2012) war dann auch gleich mit großer Kunst versehen: ein Passionsbild aus dem Zyklus „Via Crucis“ von Rosemarie Hesselbacher schmückte den Titel – und tut es heute, zum Jubiläum, wieder.
Auch unsere Gemeinden entwickelten sich weiter: Im Jahr 2013 begann Pfarrerin Friederike Weltzien ihren Dienst in Obertürkeim. Sie, die lange im Libanon gelebt und gewirkt hatte, feierte ihren Einstand mit einer großen Palme (Ausgabe 50, August 2013). Pfarrer Ralf Vogel blieb mit der Nachtschicht und der Konfirmandenarbeit weiterhin in Obertürkheim und würdigte Franz von Assisi und seine Liebe für Gottes gesamte Schöpfung einschließlich der Tiere mit Ochs und Esel (Ausgabe 52, Dezember 2013). Unsere Kirchen, unsere Weinberge, unsere schöne Landschaft waren oft Motive unserer Titelbilder, auch das Neckartal zur Volksfestzeit bei Nacht (Ausgabe 57, Oktober 2014). Die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 war nicht nur eine große Herausforderung für die Politik, sondern auch für uns Christinnen und Christen. Die klare Botschaft aus der Bibel (Psalm 36): „Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben“, führte zu dem ungewöhnlichen Titelbild mit der Erklärung aller deutschen Kirchenverantwortlichen (Ausgabe 63, November 2015). Viel Verantwortung für die Geflüchteten übernahm in der Folge vor allem Pfarrerin Weltzien. Mit beispiellosem Einsatz kümmerte sie sich um die Belange derer, die bei uns Zuflucht suchten. Dieses diakonische Engagement führte schließlich zum Stadtteil- und Familienzentrum in den Räumen der Obertürkheimer Andreaskirche.
Eine wichtige Rolle im Zustandekommen unseres Heilix Blättles spielen neben der Redaktion auch die Pfarramtssekretärinnen. Unser neuer Uhlbacher Pfarrer Jakob Spaeth verdeutlichte dies, indem er gleich nach seinem Dienstantritt das Gemälde „Aufbruch“ seiner Sekretärin Nicole Beck auf das Titelblatt brachte (Ausgabe 73, November 2017). Doch auch er selbst glänzte mit kreativen Gestaltungsideen und kombinierte zum Rückblick auf das erste Corona-Jahr und zum Psalmwort „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Psalm 31) eine Sanduhr mit dem Uhlbacher Kirchturm (Ausgabe 89, November 2020).
Pünktlich zum Start der neuen Gesamtkirchengemeinde Obertürkheim-Uhlbach ließ sich dann unser Hausgrafiker Thomas Reinmüller noch eine Verbesserung des Titelbildes einfallen. Es wurde noch größer und schöner (Ausgabe 93, August 2021), und eignete sich damit hervorragend, um auch die große Rolle von Jakob Spaeth als Pfarrer der neu geschaffenen Pfarrstelle Obertürkheim-Uhlbach ins Bild zu setzen: Immer unterwegs zwischen den beiden Gemeinden, um allen Gemeindegliedern die Frohe Botschaft zu verkünden und ihnen in allen Lebenslagen seelsorgerlich beizustehen.
Unser Rückblick auf hundert Ausgaben „Heilix Blättle“ wäre unvollständig ohne ein ganz großes Dankeschön. Der Dank gebührt allen Menschen, die mit ihren (insgesamt über 3000!) großen und kleinen Beiträgen, Ankündigungen, Rückblicken, Bildern und Ideen vom Leben in unseren Gemeinden berichtet haben und auf unsere Gottesdienste, Veranstaltungen und Konzerte hingewiesen haben. Unser Dank gebührt allen, haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die Termine vereinbart, angekündigt und verschoben haben, die sich mit anderen abgesprochen haben und viel Lebenszeit darauf verwendet haben, dass alles „rund läuft“. Unser Dank gebührt denjenigen, die unser Heilix Blättle auf Fehler und Unstimmigkeiten überprüft haben und rechtzeitig mit ihren Korrekturen die Qualität verbessert haben. Und nicht zuletzt gilt ein ganz großes Dankeschön den Frauen der Gemeindedienste in Obertürkheim und Uhlbach. Unermüdlich waren sie zur Stelle wenn es galt, in die Gemeindebriefe Beilagen einzulegen, sie dann in kleine Häufchen abzuzählen und schließlich dafür zu sorgen, dass sie in jeden Briefkasten in der Gemeinde eingeworfen wurden.
Es ist schön, dass es so ein Miteinander gibt, und wir wünschen uns und unserer Gesamtkirchengemeinde, dass wir auch weiterhin immer genügend Helferinnen und Helfer finden, die für Gottes Wort unterwegs sind.

Martin Eisele-Remppis


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