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Grußwort Kirchenchor Uhlbach

Simone Woll für den Kirchenchor Uhlbach

„Der Choral“, schreibt Johann Mattheson 1728, „ist ein einstimmiger Gesang menschlicher Kehlen, d.i., er bestehet in einer einzelnen schlichten Sing-Melodie, in harmonia simplici, die von der ganzen Gemeinde hervorgebracht wird. Solcher allgemeine Gesang wird zu dem Ende angestellet, daß auch von Unerfahrnen und Ungelehrten, mit der blossen natürlichen Stimme, GOtt gelobet werden möge. (…) Der Figural-Gesang hergegen ist vielstimmig. Die Viel-Stimmigkeit kommt aber hier nicht auf die quantitatem, sondern qualitatem vocum an. Dieser Figural-Gesang wird teils mit, teils ohne Instrumente mit vieler Geschicklichkeit, Kunst und Zierde zu dem Ende angestellet, daß erfahrne und gelehrte Leute, mit wohlgeübten Stimmen und fertigbespielten Instrumenten, vor allem andern, Gott klüglich loben sollen.“

Beidem fühlt sich der Kirchenchor Uhlbach verpflichtet, und das schon seit 125 Jahren! Das Jubiläumsjahr allerdings hält auch die wahrscheinlich größte Herausforderung seiner langen Existenz bereit: Werden die Chöre die Singverbote und -beschränkungen überleben? Wäre nicht gerade jetzt, wo zwei Gemeinden sich zusammentun, zwei Traditionen sich gegenseitig befruchten, wäre nicht gerade jetzt bitter vonnöten, dass wir singen dürfen, singen in Harmonie und zu dem Ende, gemeinsam in Uhlbach und Obertürkheim Gott zu loben? Größer kann unser Wunsch dazu nicht sein, der Pandemie zum Trotz und ihr trotzend!

In diesem Sinne grüße ich Sie alle sehr herzlich!

Ihre Simone Woll,
Chorleiterin des Kirchenchors Uhlbach

Letzte Änderung amFreitag, 18 Dezember 2020 11:53