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Mutig sein und Neues wagen

Mutig sein und Neues wagen
– zum Start der Gesamtkirchengemeinde Obertürkheim-Uhlbach

Endlich ist es soweit: Zum Jahresanfang beginnt mit der Gesamtkirchengemeinde Obertürkheim-Uhlbach ein neues Kapitel in der Geschichte der evangelischen Kirche hier vor Ort. Enger zusammenrücken – und das ausgerechnet in dieser pandemischen Zeit, in der Abstandhalten und „social distancing“ angesagt sind? Wie kann das gut gehen und was bedeutet das für Sie, liebe Gemeindeglieder?
In der Kirchengemeindeordnung der Evangelischen Landeskirche Württemberg heißt es in Paragraf 3 schlicht: „Durch den Zusammenschluss von Kirchengemeinden … kann eine Gesamtkirchengemeinde gebildet werden.“ Diesen Zusammenschluss haben wir nun auf den Weg gebracht. Das heißt nun aber keineswegs, dass es ab sofort nur noch eine evangelische Gemeinde in unserem Stadtbezirk geben wird, auch wenn wir ab dem nächsten Sommer nur gemeinsam einen Pfarrer haben werden.
Nein, es gibt weiterhin zwei Gemeinden in Uhlbach und in Obertürkheim, es gibt zwei Kirchengemeinderäte, und alles, was in den Ortsgemeinden gut und erfolgreich läuft, soll weiterhin bestehen bleiben.
Die Obertürkheimer Gemeinde wird auch in Zukunft ihre eigene Identität bewahren. Dazu gehört zum einen die Offenheit für verschiedene Gottesdienstformen. Sie kennen die Nachtschicht, aber auch meditative Gottesdienste, Gesprächsgottesdienste und Familiengottesdienste gehören dazu. Zweitens gehört zu Obertürkheim die Freude an einer lebendigen Gemeinschaft von Menschen verschiedener Herkunft. Ein besonderer Schwerpunkt ist daher die diakonische Arbeit, die mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher geleistet werden kann, egal ob Senior*innen zur Tee- und Lesestunde geladen werden, der Besuchsdienst unterwegs ist oder die Kinder zu den großen Festzeiten kirchliche Traditionen erleben. Die Obertürkheimer*innen freuen sich sehr, dass die Arbeit im Willkommensraum nun übergegangen ist in das neu gegründete Stadtteil- und Familienzentrum, das unter Verantwortung der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH im Luthersaal eingerichtet wurde. So werden wir in der Obertürkheimer Gemeinde immer das vielfältige soziale Gefüge des Stadtteils im Blick behalten.
Auch in Uhlbach mit seiner doch recht anderen Bevölkerungsstruktur soll Bewährtes weitergeführt werden. So gibt es weiterhin ein von vielen Ehrenamtlichen getragenes Angebot, mit dem unsere Kinder an den Glauben herangeführt werden: der Gottesdienst für die Kleinen, die Kinderkirche und die Kinderbibelwoche sind und bleiben wichtige Teile der Uhlbacher Gemeindearbeit. Und natürlich wird die Begegnungsstätte im Uhlbacher Gemeindehaus auch in Zukunft mit vielfältigen Veranstaltungen Raum für das Miteinander bieten. Die starke Verbundenheit der Uhlbacher Gemeinde mit den örtlichen Vereinen, die dörfliche Gemeinschaft und die gute Zusammenarbeit von alteingesessenen und zugezogenen Uhlbacher*innen wollen wir weiter pflegen und ausbauen.
Sowohl in Obertürkheim als auch in Uhlbach wird es weiterhin Sonntagsgottesdienste geben, in beiden Stadtteilen werden sich auch künftig Kirchenchöre treffen, um mit Chorgesang zum Lob Gottes beizutragen, und selbstverständlich können die Gemeindeglieder in beiden Stadtteilen ihre Anliegen direkt in einem Gemeindebüro vor Ort erledigen.
Ändern wird sich also zunächst weniger die ortstypische Gemeindearbeit, ändern werden sich vielmehr die Strukturen im Hintergrund. Der Gesamtkirchengemeinderat wird den gemeinsamen Haushalt beraten und beschließen, die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen werden bei der Gesamtkirchengemeinde angestellt sein und bei Öffentlichkeitsarbeit, Ökumenischer Arbeit und Erwachsenenbildung sollen die Kräfte gebündelt werden und die Gesamtkirchengemeinde zuständig sein.
Schon lange gibt es unser gemeinsames „Heilix Blättle“, die gemeinsame Homepage und den gemeinsamen Posaunenchor. Der Arbeitskreis Ökumene wird von beiden Gemeinden mitgetragen. Genauso kann in Zukunft die „Faire Gemeinde“ im gesamten Stadtbezirk sich für zukunftsfähige und nachhaltige Ansätze zur Bewahrung der Schöpfung einsetzen. So soll bewährte Zusammenarbeit fortgesetzt und vertieft, aber auch Neues gewagt werden.

Für unser Titelbild haben sich die Kirchengemeinderäte beider Gemeinden schon einmal mutig auf ein Wengertstäffele in der Mitte zwischen den beiden Stadtteilen gestellt. So entschlossen, wie sich diese bunte und vielfältige Schar da präsentiert, wollen wir gemeinsam Neues wagen und mit Mut und Tatkraft alle miteinander das Leben in unseren Gemeinden stärken. Möge Gott seinen Segen dazu geben.

Petra Jung und Martin Eisele-Remppis,
gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinden Obertürkheim und Uhlbach

Letzte Änderung amFreitag, 18 Dezember 2020 11:37
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