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Andacht

Liebe Gemeinde,
ein Kind steht vor mir – mit aufgeplatztem Knie. Es ist auf dem Spielplatz so vom Klettergerüst gefallen, dass das Knie richtig blutet. Ein Pflaster hilft, trotzdem wird die Wunde einige Zeit lang sichtbar bleiben. Aber das Kind ist schon in der Grundschule und weiß: die Schwerkraft gehört zum Leben dazu. Es macht keinen Sinn, sich dagegen zu wehren. Das lernen Kinder schon in den ersten Lebensjahren.
Es gibt vieles, was einfach zum Leben auf dieser Erde dazu gehört. Und manches davon kann auch sehr „ungeschickt“ sein. Die Schwerkraft ist nur Beispiel.
Es gehört zum Glauben dazu, die Naturgesetze zu akzeptieren. Mit den Dingen, die zum Wesen der Welt gehören, muss man eben einen Umgang finden. Anders gesagt: es macht das Leben unnötig schwierig, wenn man keinen Umgang mit der Schwerkraft findet oder gar so tut, als gäbe es sie nicht...
In der Debatte über Klimaschutz wird das manchmal vergessen: dass es auf der Welt Dinge gibt, die eben so sind, wie sie sind.
Es hat eine Weile gebraucht, bis wir Menschen verstanden haben, dass wir die Erde aufheizen, wenn wir zu viel CO2 produzieren. Aber ist wohl einfach so: CO2 ist ein Treibhausgas. Das heißt: wenn zu viel CO2 freigesetzt wird, wird der Planet heißer.
Das ist riesiges Pech! Es wäre so geschickt, wenn beim Verbrennen von Öl, Gas oder Benzin kein CO2 entstehen würde! Aber es wäre halt auch geschickt, wenn man nicht von Klettergerüsten fallen könnte…
Wie Kinder lernen, mit der Schwerkraft umzugehen, so müssen wir Erwachsenen jetzt lernen, wie wir nicht zu viel CO2 ausstoßen.
In der Bibel steht, dass Gott die Welt erschaffen hat. Am Schluss, so wird erzählt, schaut Gott die Welt an und sieht, dass sie „sehr gut“ ist. Eine glatte „1“ für unsere Welt – und die geltenden Naturgesetze.
Nur: wir Menschen müssen lernen, mit der Welt richtig umzugehen.
Dann bleibt sie uns und unseren Kindern lange so erhalten.
Ihr Pfarrer Jakob Spaeth

Unser Titelbild (Foto: Martin Eisele-Remppis) zeigt einen Sonnenuntergang am Lebasee im Slowinzischen Nationalpark im polnischen Hinterpommern.

Letzte Änderung amDonnerstag, 21 Oktober 2021 14:54
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